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Freitag, 15.03.2019
12:15 - 13:00 Uhr

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POP-Seminar –Polymedikation im Alter

21% der deutschen Bevölkerung sind derzeit älter als 60 Jahre, und der Anteil dieser Patientengruppe wird in den nächsten Jahren weiter steigen. 

Ina Richling, Pharm.D.

Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; 
Studium an der University of Florida (USA), Abschluss als PharmD; 
Referentin für verschiedene Apothekerkammern im Bereich Fort- und Weiterbildung und an der Universität Münster im „Apo-AMTS“ Modell;
Tutorin und Mitinitiatorin des Projektes „ATHINA-Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken“;
Mitglied der Kommission Arzneimitteltherapie-Management (AMTM) und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); 
Leitung der Kant-Apotheke in Iserlohn; 
Herausgeberin des Buches „Medika­tionsanalyse Grundlagen und Fallbeispiele“

Kontakt

Isabel Waltering, Pharm.D.

Pharmaziestudium an Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster; Studium an der University of Florida in Gainesville, Abschluss als PharmD;
Erwerb der Gebietsbezeichungen geriatrische Pharmazie und Infektiologie;
Tätigkeiten in der öffentlichen Apotheke, Krankenhaus-Apotheke und als Lehrkraft an der PTA-Schule;
seit 2004 Referentin für verschiedene Apothekerkammern im Bereich Fort- und Weiterbildung;
seit 2012 AMTS-Koordinatorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität und Koordinatorin des Apo-AMTS-Projektes mit begleitender Forschung

 

Kontakt

Bei Betrachtung der Arzneimittelausgaben fällt auf, dass mehr als die Hälfte der Ausgaben aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkassen auf diese Bevölkerungsgruppe entfällt. Im Schnitt bekommt jeder dritte über 75 Jahre mehr als acht Arzneimittel pro Tag verordnet [1]. Ab diesem Alter ist auch mit einer Zunahme an Komplikationen durch Erkrankungen, Chronifizierung, einer Verschlechterung des Selbsthilfestatus und dem Verlust der Autonomie zu rechnen. Daraus ergibt sich eine durchaus problematische Mischung. Im Rahmen der Polypharmakotherapie ist mit Kommunikationsproblemen zu rechnen, die die Umsetzung von Therapieregimen gefährden. Indikationen von Erkrankungen sind häufig nicht mehr ganz eindeutig, und nicht mehr notwendige Therapien werden nicht beendet. Patienten verkomplizieren die Lage dazu noch mit über­mäßiger oder unkritischer Selbstmedikation, einem Horten und Ausleihen von Medikamenten und dem Einsatz von Hausmitteln. Dazu kommen eine Zunahme an „Gebrechlichkeit“, erhöhte Sturz­gefahr und eine reduzierte Händigkeit. 

Zusätzlich zu all diesen Problemen müssen auch eine veränderte Pharmakokinetik und Pharmakodynamik bei dieser vulnerablen Patientengruppe mit in Betracht gezogen werden [2].

So sind in diesem Zusammenhang die Einschränkung der Leber- und der Nierenfunktion, sowie anticholinerge Eigenschaften von verschiedenen Arzneistoffen besonders zu beachten [3, 4].

Im Rahmen dieses Seminars soll an den drei unten aufgeführten Patientenfällen beispielhaft gezeigt werden, wie diese Probleme bei Patienten mit Polypharmazie erkannt und gelöst werden können.

Patientenfall 1

Patientin 79 Jahre alt, 
Diagnosen: Arrhythmia absoluta, Hypertonie, Hypothyreose, chronische Niereninsuffizienz Stadium 3, GFR = 40 ml/Minute, INR = 4 
Probleme: zunehmende Verwirrtheit, Schwindel und Unruhe

Patientenfall 2

Heimbewohnerin, 81 Jahre alt, 152 cm, 70 kg, 30,3 kg/m²,
Diagnosen: Hypertonie, Glaukom, Diabetes mellitus Typ 2, vaskuläre Demenz, geriatrisches Sturzsyndrom, Katarakt, Rollator, ansonsten relativ fit
RR 100/70 mmHg, Puls 53/min, BZ: 167 mg/dl
Probleme: leicht geschwollene Beine, etwas unleidlich in letzter Zeit und verstärkt verwirrt

Patientenfall 3

Patientin 84 Jahre alt,
Diagnosen (laut Patientin): Psoriasis, Magenschutz, Brustkrebs (2009), Vorhofflimmern, Schmerzen
RR: 191/104 mmHg, Puls 72/Minute 
Probleme: seit Jahren Probleme mit der Haut, Unsicherheit mit der Medikation, vergisst abendliche Einnahmen

POP PatientenOrientierte Pharmazie

Klinisches Medikationsmanagement – 16 Fälle Band 3

Hoher Therapieerfolg bei niedrigen Kosten

Falsche oder unnötige Verordnungen, zu hohe oder zu niedrige Dosierungen, Arzneimittelinteraktionen, …: Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Medikationsfehler führen jedes Jahr zu etwa einer halben Million Notfällen in den Aufnahmen der Krankenhäuser. Wenn Apotheker und Ärzte gemeinsam mit dem Patienten die Verantwortung für die Medikation übernehmen, sinkt die Fehlerrate, der Erfolg der Therapie steigt und die Kosten für die Gesellschaft sinken.
Welche Kompetenzen Sie als Apotheker ausspielen können, zeigen Ihnen 16 Fälle, die der gleichnamigen Serie der Deutschen Apotheker Zeitung entnommen sind. 
„Die Abgabe des Arzneimittels ist der Anfang und nicht das Ende der Medikation“ (Charles D. Hepler)

Von Hartmut Derendorf  
148 S., 18 farb. Abb., 
60 farb. Tab., 17 Illustrationen,
21,0 × 29,7 cm, Kartoniert, 
24,80 Euro [D]

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