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Samstag, 16.03.2019
12:15 - 13:00 Uhr

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POP-Seminar AMTS bei Migräne

Die Migräne zählt zu den primären Kopfschmerzarten und ist mit einer Prävalenz von 20% bei Frauen und 8% bei Männern eine häufige Erkrankung. Die Symptome äußern sich sehr unterschiedlich.

Ina Richling, Pharm.D.

Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; 
Studium an der University of Florida (USA), Abschluss als PharmD; 
Referentin für verschiedene Apothekerkammern im Bereich Fort- und Weiterbildung und an der Universität Münster im „Apo-AMTS“ Modell;
Tutorin und Mitinitiatorin des Projektes „ATHINA-Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken“;
Mitglied der Kommission Arzneimitteltherapie-Management (AMTM) und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); 
Leitung der Kant-Apotheke in Iserlohn; 
Herausgeberin des Buches „Medika­tionsanalyse Grundlagen und Fallbeispiele“

Kontakt

Dr. Katja Renner

Pharmaziestudium in Bonn; 
seit 1999 Tätigkeit in mehreren öffentlichen Apotheken; 
seit 2015 Tätigkeit in der Apotheke am Medizinzentrum Heinsberg;
seit 2009 Mitglied der Kammerversammlung und Mitglied des Fortbildungsausschusses der Apothekerkammer Nordrhein;
Mitglied des Leitungsteams ATHINA – Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken; 
Mitglied des Expertengremiums der BAK zur Überarbeitung der Leitlinie zur Medikationsanalyse

Kontakt

Im Rahmen dieses Seminars soll an dem unten aufgeführten Patientenfall beispielhaft gezeigt werden, wie bei Migräne in der Selbstmedikation beraten werden sollte. Die Referentinnen werden im Wechselspiel erläutern, was der MIDAS-Score ist und wie er eingesetzt werden kann, welche pharmakotherapeutischen Alternativen für die Behandlung der Übelkeit, zur akuten Behandlung und zur Prophylaxe der Migräneattacken zur Verfügung stehen, welche klinischen und/oder Laborparameter regelmäßig beurteilt werden sollten, um die Therapie zu bewerten (gewünschte Ergebnisse, Auftreten von Nebenwirkungen) und wie eine Patientenschulung zum Umgang mit der Erkrankung und den Therapien aussehen kann.

Ein Fall aus der Praxis

Eine 36-jährige Patientin klagt über regelmäßig wiederkehrende Kopfschmerzen. Sie berichtet, dass sie früher meist zweimal im Monat auftraten. Ihr behandelnder Hausarzt sprach dann von Migräne. Seit die Kinder größer sind und sie wieder Vollzeit arbeitet, ist die Anzahl der Migräneattacken auf drei bis vier pro Monat gestiegen. Sie treten vor allem morgens auf und sind häufiger, wenn sie gerade ihre Tage hat. Die Kopfschmerzen entwickeln sich schnell, meist innerhalb einer Stunde, und sind stark pochend und einseitig. Vorausgehend sieht sie Blitze und Pastelllicht in ihrem Sichtfeld. Begleitet werden die Migräneattacken von Übelkeit. Sie berichtet auch von seltener auftretenden schweren Migräneattacken (ca. einmal im Monat), die mit extremen Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit und Erbrechen einhergehen und dazu führen, dass sie nicht zur Arbeit gehen kann. Sie kann dann auch keine Hausarbeiten erledigen; an diesen Tagen ist es schwierig, sich um die Kinder zu kümmern. Bei den milderen Migräneattacken, die ungefähr zwei- (bis drei-)mal im Monat auftreten, ist ihre Leistungsfähigkeit ungefähr um die Hälfte reduziert. In der Regel zieht sie sich in einen dunklen Raum zurück und vermeidet Lärm, da dieser die Attacke nur verschlimmert. Meist dauert die Migräneattacke einen Tag. Sie hat seit Kurzem wieder mit dem Rauchen angefangen und raucht ca. eine Packung pro Tag.

Auf einer Schmerzskala bewertet sie die Migräne zwischen 7 und 8. Bisher hat sie die Migräne mit Ibuprofen 400 mg behandelt, diese Therapie ist aber nicht mehr effektiv.

Angewandte Pharmakotherapie

Für Medikationsmanager!

Erst der Patient, dann das Arzneimittel! Apotheker von heute überblicken die gesamte Behandlung ihrer Patienten. 

Dieses Buch bietet das Rüstzeug für die Feinjustierung der Arzneimittel­therapie, z. B. im Rahmen des Medikationsmanagements. Alle Kapitel zu 40 wichtigen Indikationen folgen einem einheitlichen Bauplan:
Das Fundament: die souveräne Einschätzung der Erkrankung. Wer ist betroffen? Wie äußern sich die Beschwerden?

Das Wissensgebäude: Hintergründe zur Therapie aus der Sicht des Patienten. Welche Behandlung ist empfohlen? Welche klinischen Probleme treten auf?

Das Material: Arzneistoffe, gewichtet und bewertet nach ihrer klinischen Relevanz. Wie sieht die optimale Therapie aus? Was tun, wenn Probleme auftreten? Zeigen Sie, dass Ihre Leistung unentbehrlich für das Wohl Ihrer Patienten ist!

Von Olaf Rose (Hrsg.) und 
Kristina Friedland (Hrsg.) 
XVIII, 622 S., 73 farb. Abb., 167 s/w Tab., 19,3 × 27,0 cm, 
Gebunden, 73,00 Euro [D]
ISBN 978-3-8047-3171-4
Wissenschaftliche Verlags­gesellschaft Stuttgart 2015

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