Wissenschaftlicher Kongress

Samstag, 16.03.2019
14:45 - 15:15 Uhr

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Erkannt und zerstört: Mit dem Theragnostik-Konzept gegen Prostata-Karzinome

„Männer sind allzeit bereit“? – Männerkrankheiten und ihre Pharmakotherapie

Zertifizierte Fortbildung

In den letzten Jahren wurden in Heidelberg erstmals neue radioaktive Arzneimittel zur Behandlung des Prostata-Karzinoms klinisch eingeführt, die das sogenannte Prostata-spezifische Membranantigen (kurz: PSMA) adressieren.

Prof. Dr. Klaus Kopka

Chemiestudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster;
2007 Habilitation im Fach Radiopharmazeutische Chemie;
Leiter der AG Radiochemie/Radiopharmazie der Klinik für Nuklear­medizin der Uni Münster;
seit 2013 W3-Universitäts-Professur in Heidelberg, Leitung der Abteilung  Radiopharmazeutische Chemie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg

 

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Prof. Dr. Frederik Giesel

Medizinstudium an den Universitäten Mainz und Heidelberg;
seit 2015 Professor für Radiologie und geschäftsführender Oberarzt für
Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg;
Gastprofessor an der Stanford University in den USA und der Yonsei University in Südkorea

 

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Das Oberflächenprotein PSMA ist in allen Stadien des Prostata-Karzinoms hochreguliert. Daher können die PSMA-gerichteten Radiotracer in der Nuklearmedizin sowohl für die Diagnostik mittels Positronen-Emissions-Tomografie/Computertomografie (PET/CT), radiomarkiert mit den kurzlebigen Positronenstrahlern Gallium-68 oder Fluor-18, als auch für die systemische Radioliganden-Therapie (PSMA-RLT) eingesetzt werden, dann radiomarkiert mit den Partikelstrahlern Lutetium-177 (ein Betaminus-Strahler) oder Actinium-225 (ein Alpha-Strahler). Die Anwendung ein- und derselben Wirkstoffklasse sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie wird heutzutage als theragnostisches Konzept zusammengefasst. Erstanwendungsstudien mit den PSMA-Radioliganden haben gezeigt, dass PSMA-positive Prostata-Karzinome hochsensitiv mittels PET/CT bildgebend dargestellt werden können und deren Behandlung mittels PSMA-RLT zu beeindruckenden Ansprechraten führt.
Wegen der hohen Inzidenz und Mortalität hat sich die Anwendung dieser theragnostischen PSMA-gerichteten Radiopharmaka in Patienten mit Prostata-Karzinom im klinischen Alltag durchgesetzt und genießt hohe Akzeptanz insbesondere bei den zuweisenden Urologen, da es das klinische Management der betroffenen Patienten positiv beeinflusst. Um diesen initialen klinischen Erfolgen zu einer breiten Anwendung zu verhelfen, bedarf es einer kontinuierlichen klinischen Weiterentwicklung der neuen Klasse der PSMA-Radioliganden insbesondere im Rahmen prospektiver klinischer Prüfungen im Bereich der theragnostischen Nuklearmedizin. So wurde der theragnostische Radioligand [177Lu]PSMA-617, der in Heidelberg entwickelt wurde, jüngst durch die Firma Endocyte einer Markteinführungsstudie (Klinische Prüfung der Phase III) zugeführt. Für die kontinuierliche klinische Weiterentwicklung der PSMA-Radioliganden sind solche prospektiven klinischen Prüfungen essenziell.
Dies trifft auch für die in Heidelberg entwickelten diagnostischen PET Tracer [68Ga]PSMA-11 und [18F]PSMA-1007 zu, die nicht nur für das Therapiemonitoring der erfolgreichen Behandlung des Prostata-Karzinoms mit [177Lu]PSMA-617 (Betastrahler-Therapie) verwendet werden können, sondern auch für die Primärdiagnostik des Prostata-Karzinoms (noch vor seiner ersten Behandlung) oder für die Diagnostik von Lokalrezidiven (z. B. nach Wiederanstieg des Blutmarkers PSA) mittels PET/CT. Auf weiterführende Originalliteratur zum aktuellen Stand der PSMA-PET-Diagnostik beim Prostata-Karzinom sei an dieser Stelle verwiesen [Spohn F et al. Der Nuklearmediziner 2018;41(03):232-246].
Diese Präsentation wird die neue Klasse der PSMA-Radioliganden für die Behandlung des Prostata-Karzinoms einführen. Weiterhin wird das moderne Konzept der Theragnostik in der Nuklearmedizin erklärt sowie die Auswirkungen des theragnostischen Konzepts auf das klinische Management von Prostata-Karzinom-Patienten.

 

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