Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose

Schilddrüse

Die häufigste Ursache einer Hypothyreose ist die Autoimmunthyreoiditis (AIT) Hashimoto mit einer Prävalenz von 8-10% bei Frauen und 1-2% bei Männern, neben dem Zustand nach Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie mit je 1-2% und anderen, seltenen Ursachen. Die Diagnose wird klinisch bei Antriebsverlust, Müdigkeit, Kälteempfinden und Gewichtszunahme gestellt, im Labor findet sich ein erhöhtes TSH (latente Hypothyreose) oder zusätzlich ein erniedrigtes freies L-Thyroxin (FT4) (manifeste Hypothyreose).

Die Autoimmunerkrankung AIT Hashimoto hat nicht nur wegen der Verursachung einer Hypothyreose, sondern auch wegen ihrer Assoziation und Aggravation des Typ-1- und Typ-2-Diabetes und des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) sowie den Autoimmunpolyglandulären Syndromen (APS, z.B. Schmidt-Syndrom: M. Addison, AIT Hashimoto, Typ-1-Diabetes) eine große Bedeutung. Eine Hypothyreose wird im Regelfall durch Substitution mit L-Thyroxin (T4), im Ausnahmefall durch Trijodthyronin (T3) oder entsprechende Kombipräparate behandelt: Ziel ist Wohlbefinden der Patient:innen und TSH im Referenzbereich. Bei Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft erfolgt eine etwas höhere Substitution – ausschließlich mit T4 – mit dem Ziel eines TSH < 2,5 mU/l, da dies den Schwangerschaftsverlauf und die Kindesentwickung verbessert. Eine spezifische Therapie oder Prävention der AIT Hashimoto ist nicht bekannt, eine Behandlung mit Jod oder Selen nicht sinnvoll.

Prof. Dr. Onno Janßen, Hamburg

Medizinstudium an der Universität Hamburg;
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologe (DDG);
1992 bis 1999: Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Prof. Dr. P.C. Scriba;
2002 bis 2006: Leitender Oberarzt der Medizinischen Poliklinik und des Hormonlabors, Klinik für Endokrinologie, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Essen bei Prof. Dr. K. Mann;
seit 2008: Internist und Endokrinologe am Endokrinologikum Hamburg (Tätigkeit in HH-Altona, HH-Eilbek, Hannover);
2010 bis 2012: Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover;
2016: Ernennung zum Honorarprofessor;
Behandlungsschwerpunkte: Endokrinologie, Schilddrüsen­erkrankungen, PCOS, Osteoporose

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