Geld verdienen mit pharmazeutischen Dienstleistungen - so geht es

Historisch seit ihrem Bestehen bewegen sich die Apotheken im Spannungsfeld „Heilberuf“ versus „Kaufmann“. In jüngster Zeit hat nun der Gesetzgeber die Tür zu „neuen Dienstleistungen“ im Umfang von zunächst rund 150 Mio. Euro jährlich – pro Apotheke gut 8.000 Euro – aufgestoßen. Diese Summe rettet keine Apotheke und steht unter dem Vorbehalt des zu tätigenden Aufwandes. Immerhin tut sich mit der Perspektive des Impfens in der Apotheke ein weiteres und spannendes heilberufliches Betätigungsfeld auf.

Dienstleistungen zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass primär „Arbeitszeit“ verkauft wird, die in Zeiten des Personalmangels knapp und zunehmend teuer ist. Deshalb gilt es zunächst, die realen Kosten der Arbeitszeit zu quantifizieren, sachgerechte Zuschläge für die übrigen Betriebskosten und einen angemessenen Gewinn zu erheben und dann mit den gebotenen Preisen und Aufwänden der einzelnen Dienstleistungen abzugleichen. Im Falle einer nicht ausreichenden Honorierung ist in einem weiteren Schritt der Marketing- und Kundenbindungseffekt zu betrachten. Dies würde zwar auf eine im Grunde zu vermeidende Querfinanzierung durch den bisherigen Produktverkauf hinauslaufen, wäre für starke Apotheken aber durchaus erwägenswert. Kluge Entscheider ziehen zudem immer die Opportunitäts-Option in Betracht – wie stehe ich, wenn ich das Thema an mir vorbeiziehen lasse und die gesparte Arbeitszeit stattdessen in meine bewährten Kerngeschäfte investiere?

Dr. Reinhard Herzog, Apothekenberater, Tübingen

Prof. Dr. Reinhard Herzog, geb. 07.03.1963, Studium der Pharmazie in Freiburg/Brsg., Promotion (Pharmazeutische Technologie) in Tübingen.

Kürzere Tätigkeiten in der pharmazeutischen Industrie. Rund 30-jährige Lehrtätigkeit an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, überwiegend im Fachbereich Pharmatechnik. Dortige Ernennung zum Honorarprofessor 2020.

Mitinitiator und Lehrender in den berufsbegleitenden Studiengängen „Apothekenbetriebswirt:in“ und „Pharmazieökonom:in“ an der Hochschule Schmalkalden. Ansonsten freiberuflich beratend tätig für Apotheken, Praxen und Industrie. Erstellung von Gutachten und Standortanalysen. Diverse Entwicklungsprojekte. Umfangreiche Fachautoren-Tätigkeit in Fachmedien wie Deutsche Apotheker Zeitung, Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheken (Herausgeber), Apotheke aktuell u.a. Erstellung diverser Rechentools für Apotheken und Praxen.

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Neue Wege zur Apothekenhonorierung

Kritik und Alternativen zum Honorargutachten

Die Apothekenhonorierung ist zu einem Politikum geworden. Schon 2004 wurde die Vergütung weitgehend vom Preis der verschreibungspflichtigen Arzneimittel abgekoppelt, aber eine zuverlässige Methode zur Anpassung des Honorars an steigende Kosten fehlt noch immer. 

Das 2017 veröffentlichte Honorargutachten hat vielfältige Kritik an der ungeeigneten Methodik und an den praxisfremden Annahmen ausgelöst und zugleich eine Debatte über einen besseren Weg zu einer neuen Apothekenhonorierung entfacht. In diesem Sammelband sind zentrale Beiträge zu dieser Diskussion aus der Deutschen Apotheker Zeitung vereinigt, einige davon in erweiterter und aktualisierter Fassung. So erklärt das Buch, warum die Empfehlungen des Honorargutachtens an der Realität vorbeigehen, und vermittelt konstruktive Vorschläge für eine zukunftsweisende Vergütung.

Thomas Müller-Bohn (Hrsg.)

  • 2018, Deutscher Apotheker Verlag
  • VIII, 190 S., 6 farb. Abb., 13 farb. Tab., 17,0 x 24,0 cm
  • Kartoniert
  • ISBN 978-3-7692-7248-2
  • 39,80 €
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